FAMILIEN- BAND(E)

24.08.2018

FAMILIEN- BAND(E)

Ganze Familien, die in einem Unternehmen beschäftigt sind – bei FUCHS keine Seltenheit. So wie die Akcesmes aus Ludwigshafen, die in der dritten Generation beim Schmierstoffhersteller mit Stammsitz  in Mannheim arbeiten. Es ist eine ganz besondere Familiengeschichte, die bereits im Jahr 1965 beginnt.

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PEOPLE.

„Unsere Familie ist stolz, in der dritten Generation hier zu arbeiten. Alles, was wir haben, hängt mit dieser Firma zusammen. Man kann sagen: Wir leben FUCHS.“

ISMAIL AKCESME (30 Jahre), seit 2011 in der Großabfüllung tätig. In einem Team mit rund zehn Mitarbeitern pro Schicht ist er Vorarbeiter.

Als Ismail Akcesme im Jahr 1965 in der Friesenheimer Straße steht, ist sein Deutsch noch recht schlecht. Er ist zwei Jahre zuvor als Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland gekommen, hat zunächst im Dortmunder Bergbau, danach als Straßenbauarbeiter in Karlsruhe sein Geld verdient. Gerade besucht er seinen Bruder in Mannheim, fasst sich an diesem Tag ein Herz und fragt vor den Toren der großen Firma nach Arbeit. Zunächst ohne Erfolg. Als er fast schon wieder gehen will, spricht ihn plötzlich ein Mann an. Es ist der Betriebsleiter, der Ismail Akcesme spontan eine Beschäftigung anbietet und ihn mit aufs Gelände nimmt. Und dort bleibt der Gastarbeiter, lange, sehr lange, 35 Jahre – und wird einer der ersten türkischen Mitarbeiter bei FUCHS überhaupt. Gleichzeitig ist das der Beginn einer ganz besonderen Familiengeschichte, denn viele Jahre nach ihm kommen weitere Akcesmes zum Schmierstoffhersteller nach Mannheim: sein Sohn Ekrem und Enkel Ismail Junior.

Glücksfall für die Familie

„Für uns ist diese Geschichte bis heute ein großes Glück“, blickt Enkel Ismail zurück. „Dieser Zufall damals auf der Straße hat unserer ganzen Familie den beruflichen Weg geebnet.“ Der 30-Jährige ist seit 2011 in der Großabfüllung bei FUCHS tätig, wo jährlich Millionen Liter Motoren- und Hydrauliköle, Industrieöle sowie Spezialschmierstoffe aller Art in die unterschiedlichsten Gebinde fließen. Mit seinem Großvater und Namensgeber hat er nicht mehr zusammengearbeitet – Ismail Senior blieb Zeit seiner Anstellung bis zum Jahr 2000 immer in der Fettfabrik – , aber mit seinem Vater Ekrem. Wenn sich die beiden heute im Werk begegnen, dann in der Frühschicht. Ismail, eigentlich gelernter Kälte- und Klimatechniker, ist Vorarbeiter. Ekrem Akcesme, der 1984 in die Großabfüllung kam, leistet seit zwei  schweren Herzinfarkten seinen Dienst im Büro der Abteilung und nicht mehr im Schichtbetrieb.

 

Wenn der Vater mit dem Sohne: Bei FUCHS arbeiten Ekrem (links) und Ismail Akcesme in der Abteilung „Großabfüllung“. Gemeinsamen Dienst haben sie aber nur in der Frühschicht.

Der Dritte im Familienbunde: Großvater Ismail Senior arbeitete 35 Jahre lang bei FUCHS.

Von „Dinosauriern“ lernt man

Wie die Zusammenarbeit zwischen Junior und Senior funktioniert? „Ich sag mal so, von Dinosauriern lernt man am besten“, sagt Ismail Akcesme, lacht und blickt schelmisch zu seinem Vater, der noch zwei weitere Söhne hat. Ismail ist der Älteste. „Nein, im Ernst. Er war ebenfalls Vorarbeiter, ich habe sein Team nahezu komplett übernommen. Von seiner jahrzehntelangen Erfahrung kann ich doch nur profitieren.“ Und der 53-jährige Ekrem Akcesme ergänzt: „Natürlich gebe ich ihm gerne Tipps.“

Es bleibt also alles in der Familie bei den Ludwigshafenern. Früher war das manchmal auch nach  Dienstschluss so. „Meine Frau musste so manche Gespräche über die Firma am Esstisch schon mal etwas energischer beenden“, erinnert sich der Vater. Aber eines war den Akcesmes stets klar: „Wir wussten immer alle, was wir dem Unternehmen zu verdanken haben.“ Sohn Ismail, dessen Kindheit zwangsläufig schon stark von FUCHS geprägt war, macht es noch deutlicher: „Unsere Familie ist stolz, in der dritten Generation hier zu arbeiten. Alles, was wir haben, hängt mit dieser Firma zusammen. Man kann sagen: Wir leben FUCHS.“ Und dabei hatte sein Vater damals in der Schule noch Spott geerntet: „Als Kind war mein Deutsch noch nicht so gut. Wenn ich sagte, mein Vater arbeitet beim Öl-FUCHS, haben mich meine Mitschüler gar nicht richtig verstanden und ausgelacht“, erzählt er, der 1972 als Achtjähriger mit seiner Mutter nach Deutschland nachkam. „Aber natürlich weiß jeder in der Region, wer das ist.“

„Als Kind war mein Deutsch noch nicht so gut. Wenn ich in der Schule sagte, mein Vater arbeitet beim Öl-FUCHS, haben mich die Mitschüler nicht richtig verstanden und ausgelacht. Aber natürlich weiß jeder in der Region, wer das ist.“

EKREM AKCESME (53 Jahre), DER 1972 ALS ACHTJÄHRIGER NACH DEUTSCHLAND KAM.

Besonderes familiäres Umfeld

Das ausgeprägte familiäre Umfeld und die besondere Verantwortung, die der familiengeführte Konzern für seine Mitarbeiter übernimmt, hat Ekrem Akcesme vor allem nach seiner Krankheit, die ihn bis heute sehr einschränkt, zu schätzen gelernt. „Nach dieser schweren Zeit habe ich mich wirklich in guten Händen gefühlt“, erinnert sich der gelernte Gas- und Wasserinstallateur. „Als Arbeitgeber ist FUCHS mir wirklich sehr entgegengekommen. Das ist nicht selbstverständlich.“ Dass die Verbundenheit zum Schmierstoffspezialisten auch über den engsten Kreis und Landesgrenzen hinausgeht, erlebten die Akcesmes bei einem Besuch in Izmir, wo die Wurzeln der Familie liegen. „Dort haben wir ganz zufällig erfahren, dass die Cousine meiner Mutter bei OPET FUCHS arbeitet“, sagt Ismail Akcesme. Und vielleicht könnte sich die Familienbande bei FUCHS sogar noch erweitern: Sein jüngster Bruder, der noch die Schule besucht, hat ein Praktikum in der Friesenheimer Straße absolviert – allerdings in der Ausbildungswerkstatt und im Labor.

Aus Tanklager und Mischanlage wandern die verschiedenen Produkte über Rohrleitungen in die große Halle und werden unter anderem in Fässer abgefüllt.

Modernste Abfülltechnik macht es möglich, auch den rasanten Anstieg der Abfüllmengen zu meistern.

Schichten rund um die Uhr

Auf familiären Umgang legt Vorarbeiter Ismail insbesondere in der Zusammenarbeit mit seinem Team in der Großabfüllung Wert. Das ist auch ganz im Sinne seines Vaters und Ratgebers: „Ich habe ihm gesagt, lass' den Stress nicht an deinen Leuten aus. Achte auf ein gutes Arbeitsklima, auch in  hektischen  Momenten.“ Und stressig kann es in der Großabfüllung durchaus manchmal werden, wo rund um die Uhr in drei Schichten an sechs Tagen in der Woche gearbeitet wird. Pro Schicht sind bis zu zehn Mitarbeiter abwechselnd an 13 Abfülllinien tätig. Aus Tanklager und Mischanlage wandern die verschiedenen Produkte über Rohrleitungen in die große Halle und werden in Kanister und Fässer unterschiedlicher Größen sowie in 1.000-Liter-Container abgefüllt. Danach verplomben und etikettieren die Mitarbeiter die Gebinde und schicken sie über das Band auf die Reise ins Hochregallager.

Kontrolle: Sechs-Augen-Prinzip

Lag die Abfüllmenge in den 80er Jahren noch bei 60.000 bis 80.000 Litern pro Tag, ist die Abteilung mittlerweile bei bis zu 400.000 Litern täglich angelangt – Tendenz steigend. Allein pro Schicht füllt ein  Mitarbeiter im Schnitt 40 bis 60 Container ab. Hier muss also jeder Handgriff, jede Befüllung sitzen. Passieren Fehler, landet unter Umständen das falsche Öl beim Kunden. Aber Ismail Akcesme kann beruhigen: „Unsere Fehlerquote liegt quasi bei null. Mit Abfüller, Leitungssteller und Kontrolleur prüfen wir mindestens nach dem Vier-, meistens aber nach dem Sechs-Augen-Prinzip.“ Auch weiß er, dass ein  hochmodernes Labor alle seine Abfüllungen analysiert und dort jeden noch so kleinen Fehler findet. Ismail Akcesme hat von seinem Vater in all den Jahren viel gelernt, und der wiederum von seinem Vater. Von Ismail Senior, der sich damals traute, in gebrochenem Deutsch in der Friesenheimer Straße nach Arbeit zu fragen. Ein Glücksfall für die ganze Familie Akcesme – und für FUCHS.

 

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