Industrie, Klima und substanzielle Lösungen

22.08.2019

Industrie, Klima und substanzielle Lösungen

Um ökologisch zu handeln und wirtschaftlich erfolgreich zu sein, steht die Industrie vor der Aufgabe, ihren CO2-Fußabdruck zu verkleinern. FUCHS verfolgt dabei eine nachhaltige Strategie in drei Bereichen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – bei seinen Lieferanten, im eigenen Betrieb und bei seinen Kunden.

Natürliche Klimaschwankungen gab es auf der Erde schon immer, doch seit 150 Jahren beobachten Forscher ein menschengemachtes Phänomen: Die Erde erwärmt sich. Verantwortlich dafür ist der wachsende Anteil von CO2 in der Atmosphäre, ausgelöst durch die Industrialisierung. Um genügend Energie für die Produktion zu gewinnen, begannen die Fabriken, im großen Stil fossile Brennstoffe zu verfeuern. Waren die weltweiten CO2-Emissionen bis vor 150 Jahren noch kaum darstellbar, zeigt ein Diagramm des unabhängigen amerikanischen Forschungsinstituts Center for Climate & Energy Solutions (C2ES) mit Sitz in Arlington, Virginia, was sich bis heute daran geändert hat: Ab 1870 steigt die Kurve zunächst noch moderat, während der beiden Weltkriege gab es kleinere Schwankungen, seit 1946 geht es steil bergauf. Lagen die globalen Emissionen im Jahr 1950 noch bei fünf Milliarden Tonnen, liegt der Wert fürs Jahr 2018 bei etwas mehr als 37 Milliarden Tonnen. Und das Weltklima reagiert: Auf 98 Prozent der Erdoberfläche war das 20. Jahrhundert das wärmste der vergangenen 2000 Jahre.

Industrie heizt ein

Der Klimawandel betrifft die gesamte Weltbevölkerung. Hauptverursacher sind dagegen nur wenige. Für einen Großteil des Ausstoßes von Treibhausgasen ist eine kleine Anzahl von Ländern verantwortlich, auch das zeigen die Zahlen des C2ES: China, die USA und die europäischen Staaten sind die größten Klimasünder. Deutlich wird der Anteil der Industrie: Die industriellen Prozesse selbst haben einen Anteil von rund sechs Prozent an den Emissionen. Hinzu kommt, dass die Industrie einen bedeutsamen Teil der aus fossilen Brennstoffen gewonnenen Energie benötigt. Und die Energieproduktion selbst ist mit 72 Prozent für den Löwenanteil des Ausstoßes verantwortlich.

Die gute Nachricht: In der Industrie gibt es viele Hebel, um die Klimabilanz zu verbessern. Und diese werden auch schon genutzt: In den USA, aber auch in vielen europäischen Staaten, darunter Deutschland, sind die Emissionen in den vergangenen 20 Jahren zurückgegangen. Hier gelte es nun weiterzumachen, fordert Doug Vine, beim C2ES Experte für die Bereiche Industrie und Energie. „Die Energieeffizienz kann weiter gesteigert, neue Produktionstechniken können entwickelt werden“, sagt er. „Es gibt ein großes Potenzial an substanziellen Lösungen.“

Schmierstoffe bringen Effizienz

Effizienz in komplexe Prozesse zu bringen – das ist eine der Kernaufgaben für die Schmierstoffindustrie. Ob in Maschinen oder Getrieben, in modernen Hochgeschwindigkeitszügen oder Wind- und Wasserkraftwerken: Schmierstoffe verringern Reibung, Verschleiß und Korrosion, was sie zu Garanten einer nachhaltigen und klimafreundlichen Industrie macht. „Ein Ziel unseres unternehmerischen Handelns ist es daher, dazu beizutragen, dass auch der CO2-Fußabdruck unserer Kunden kleiner wird“, sagt Apu Gosalia, innerhalb der FUCHS-Gruppe Chief Sustainability Officer & Vice President Global Intelligence. Durch reibungsoptimierte Kältemaschinenöle können beispielsweise die neuesten Energielabels AAA+ bei Kühlschränken erreicht werden, Motorenöle mit FUCHS XTL®-Technologie reduzieren bei extremen Bedingungen und Temperaturen den Kraftstoffverbrauch und den CO2-Ausstoß. „Diese Effekte bezeichnen wir als ‚FUCHS-Print‘“, erklärt Gosalia.

„Es gibt viele Möglichkeiten, die Emissionen im Industriesektor weiter zu reduzieren. Die Energieeffizienz kann weiter gesteigert, neue Produktionstechniken können entwickelt werden.“

DOUG VINE, EXPERTE FÜR INDUSTRIE UND ENERGIE, CENTER FOR CLIMATE & ENERGY SOLUTIONS

Optimierung im eigenen Hause

„Wir schauen natürlich auch auf uns selbst“, sagt Apu Gosalia. „Obwohl der unmittelbare ökologische „Foot-Print“ bei der Herstellung von Schmierstoffen vergleichsweise gering ist – damit unterscheidet sich FUCHS von der klassischen Chemieindustrie – ist es unser Bestreben, den dadurch verursachten Fußabdruck kontinuierlich zu reduzieren. Welche Wirkungen unsere Maßnahmen haben, erfassen wir dabei sehr genau.“ Ein Beispiel: Das neue Prüffeldgebäude am Standort Mannheim nutzt Heißkondensat – ein Abfallprodukt aus der Produktion –, zur Frostfreihaltung des benachbarten Lagers. Anschließend speist das Kondensat noch das Kühlsystem an den Prüfständen. „Damit sparen wir pro Jahr rund 18 Tonnen CO2 und 1000 Kubikmeter aufbereitetes Wasser“, sagt Apu Gosalia.

Lieferanten unter der Lupe

Im Einkauf bewertet das Unternehmen die CO2-Bilanz der notwendigen Rohstoffe und vereinbart mit den Zulieferern verbindliche Reduktionsziele. „Hierdurch“, so Gosalia, „optimieren wir unseren sogenannten ‚Feed-Print‘.“

Auf diese Weise wendet FUCHS eine Reihe von Maßnahmen an, um Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu reduzieren. Das ist ökologisch nachhaltig – aber auch sozial, weil sich das Unternehmen seiner Verantwortung für die Weltgesellschaft stellt. Und nicht zuletzt ist diese Ausrichtung ökonomisch sinnvoll: Zum einen verlangen Kunden verstärkt nach ökologischen Produkten und Verfahren – so wie es FUCHS schon heute bei seinen Lieferanten tut. Zum anderen, weil mit Blick auf den CO2-Ausstoß künftig strengere Regeln sowie monetäre Bonus-Malus-Systeme zu erwarten sind.

„Ein Ziel unseres unternehmerischen Handelns ist es, dazu beizutragen, dass der CO₂-Fußabdruck unserer Rohstoffe, unserer Schmierstoffproduktion und unserer Kunden durch unsere Lösungen kleiner wird.“

APU GOSALIA, CHIEF SUSTAINABILITY OFFICER & VICE PRESIDENT GLOBAL INTELLIGENCE, FUCHS PETROLUB SE