PCF: FUCHS SETZT AUF TÜV-ZERTIFIZIERTE METHODENTRANSPARENZ

03.03.2026

PCF: FUCHS SETZT AUF TÜV-ZERTIFIZIERTE METHODENTRANSPARENZ

Einen Schmierstoff wegen seiner technischen Eigenschaften kaufen? Das war gestern. Heute wollen Kunden auch wissen, wie nachhaltig er ist. Ein Indikator dafür ist der Product Carbon Footprint, eine Art Preisschild mit Klimarelevanz. FUCHS hat ein Berechnungstool entwickelt, das TÜV Rheinland validiert und zertifiziert hat. Dr. Michael Rhein, Manager Life Cycle Assessment bei FUCHS, und Susanne Jorre, Senior Sustainability Expert bei TÜV Rheinland, über einen Ansatz, der in der Branche seinesgleichen sucht.

Herr Rhein, FUCHS hat schon vor fünf Jahren begonnen, den Product Carbon Footprint (PCF) seiner Produkte zu ermitteln. Wie fühlt es sich an, das Projekt jetzt zum Abschluss zu bringen?

Dr. Michael Rhein, Manager Life Cycle Assessment bei FUCHS

Michael Rhein: Wir haben einen riesigen Meilenstein erreicht, aber fertig sind wir noch lange nicht. Mit der TÜV-Zertifizierung unseres Berechnungstools können wir zeigen, dass unsere Prozesse und die Software funktionieren. Es ist aber ein kontinuierliches Projekt. Gerade bereiten wir den Launch einer optimierten und erweiterten Version unseres Tools vor. Das Zertifikat von TÜV Rheinland ist immer nur für ein Jahr gültig, wir müssen also jedes Jahr die Daten auffrischen. Außerdem haben wir die Methodik nach dem Start in Europa auch in Südafrika und China eingeführt. Unser Ziel ist es, sie global auszurollen.

Frau Jorre, welche Rolle spielt TÜV Rheinland für die Ermittlung des PCF bei FUCHS?

Susanne Jorre, Senior Sustainability Expert bei TÜV Rheinland

Susanne Jorre: Wir haben die PCF-Methodik von FUCHS validiert und zertifiziert. Dabei ging es nicht darum, einzelne CO₂-Werte zu prüfen, sondern um das gesamte Vorgehen, z.B. also um Datenquellen und deren Qualität, saubere Dokumentation und Konsistenz in der Berechnungsweise. Mit unserer Zertifizierung bestätigen wir FUCHS, dass die Vorgehensweise zur Ermittling von PCFs mit den relevanten Normen übereinstimmen, sowie transparent und plausibel sind.

PRODUCT CARBON FOOTPRINT (PCF)
Für den PCF werden alle CO2-Emissionen eines Produkts entlang der Wertschöpfungskette erfasst. Bei FUCHS geschieht das „Cradle-to-Gate“, also für alle Prozesse von der Gewinnung der Ressourcen (Cradle) bis zum Verlassen des Produktes durch das „Unternehmenstor“ (Gate). Diese Methode ist sinnvoll für Produkte, deren Verwendung noch nicht feststeht.
Warum ist der PCF wichtig?

Michael Rhein: FUCHS ist seit jeher Vorreiter, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Wir haben früh erkannt: Kunden brauchen Transparenz. Sie können ihre eigenen produkt- und unternehmensbezogenen Emissionen nur dann genau berechnen, wenn sie für ihren Schmierstoff Daten zu den Emissionen von uns haben. Für uns war das eine Verpflichtung – sowohl gegenüber der Umwelt als auch gegenüber unseren Partnern. Dass unsere Methode und Berechnungstool jetzt zertifiziert ist, sorgt für Transparenz und Glaubwürdigkeit und positioniert uns als strategischen, nachhaltigen Partner.

 Warum die neue PCF-Berechnungsmethode von FUCHS echten Mehrwert bringt? Das erklärt dieses Video.

 

 

 
Was unterscheidet die Methode von FUCHS zur Berechnung des PCF von anderen?

Susanne Jorre: Es gibt einen hohen Nachfragedruck: Lieferanten oder Produzenten entlang der gesamten Lieferkette gerade im Chemie- und Automobilbereich fragen Umweltinformationen stark nach. Dabei gibt es große Unterschiede in der Art, wie Produzenten den PCF erheben und die Daten bereitstellen: von einer einfachen Excel-Tabelle mit sehr hohem manuellem Aufwand bis hin zu komplett automatisierten Methoden wie bei FUCHS. Dazu kommt, dass bei FUCHS viele Primärdaten berücksichtigt sind. Die Qualität der Inputdaten ermöglicht eine hohe Detailtiefe bei der Berechnung des PCF.

Michael Rhein: Wir werden oft gefragt, warum wir eine eigene Methodik entwickelt haben. Es gebe doch schon Normen wie ISO 14067 und Branchenstandards. Auch wir folgen diesen Standards. Die lassen aber Spielräume, da es nicht eine Lösung für alle Unternehmen geben kann. Uns war es wichtig, unsere Berechnung und Annahmen wirklich bis ins letzte Detail transparent zu beschreiben. Unsere Methodik ist also nicht unabhängig von den existierenden Normen, sondern sie folgt genau deren Vorgaben, während sie einen höheren Detailgrad aufzeigt. Sie ist also eher die Kirsche auf der Sahnetorte.

80%
der produktbezogenen Emissionen
eines Schmierstoffs stammen aus
der vorgelagerten Wertschöpfungskette.

„Mit der Entwicklung und erfolgreichen Umsetzung einer automatisierten Berechnung des Product Carbon Footprint (PCF) hat FUCHS einen neuen Industriestandard gesetzt. FUCHS ist das erste Unternehmen, bei dem ich so einen hohen Anspruch erlebt habe. Unsere von TÜV Rheinland validierte und zertifizierte Methodik und unser Berechnungsprozess ermöglichen transparente und skalierbare PCF-Berechnungen für die meisten unserer Produkte. Dieser Fortschritt treibt die Nachhaltigkeit in der Schmierstoffindustrie erheblich voran, fördert das Vertrauen und bietet unseren Kunden einen Mehrwert bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsziele.“

Mathieu Boulandet, Chief Technology Officer