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Zeitreise

Ein bescheidener Gründer

Die Geschichte von FUCHS spiegelt den Mut und die Bodenständigkeit des Unternehmers Rudolf Fuchs wider, der sich von der Weltwirtschaftskrise nicht beirren ließ und mit gerade einmal 21 Jahren im Mai 1931 die Firma "RUDOLF FUCHS" in Mannheim gründete. Die Krisensituation des Jahres 1931 verlangte Bescheidenheit. Eine einfache Box im Mannheimer Schlachthof war die erste Wirkungsstätte. Dort füllte er sein "Guaranteed Pennsylvania Motor Oil" in Kanister ab, signierte sie mit dem vielsagenden Markennamen PENNA PURA und verkaufte sie an Transportunternehmen im Mannheimer Hafen. Schon damals oberstes Gebot: schnell und flexibel auf Kundenbedürfnisse eingehen. So scheute sich Rudolf Fuchs nicht, persönlich mit einer Ölkanne durch Mannheim zu radeln, wenn ein Kunde dringend Schmierstoff brauchte. Auch wenn das Fuchs’sche Fahrrad inzwischen anderen Transportmitteln gewichen ist, unsere Kunden und ihre Bedürfnisse stehen auch heute noch im Zentrum unseres Schaffens.

Der Mannheimer Hafen - hier verkaufte Rudolf Fuchs seine Produkte an Transportunternehmen.

Der Unternehmensgründer Rudolf Fuchs.

PENNA PURA - die erste Marke des jungen Unternehmens.

Ein mutiger Schritt: vom Vertrieb zur Herstellung

Der Umsatz der Firma RUDOLF FUCHS stieg sprunghaft an. Das FUCHS-Firmenfahrrad wurde durch einen Personenkraftwagen ersetzt und die ersten Hilfskräfte wurden eingestellt. Das Verkaufsprogramm erweiterte sich nach und nach auf zwei Dutzend verschiedene Artikel, darunter immer noch Wagenfett oder Hufsalbe für Pferde. Doch Rudolf Fuchs begnügte sich nicht mit importierten und zugekauften Spezialitäten.
1936 kreierte er die ersten erfolgreichen Eigenprodukte - Sommer- und Wintergetriebeöle, hergestellt nach branchenüblichen Rezepturen.
1937 erwarb Rudolf Fuchs ein erschlossenes, baureifes Grundstück auf der Friesenheimer Insel - noch heute der Hauptsitz des Unternehmens. Die Aushubarbeiten wurden von den Mitarbeitern in Eigenregie durchgeführt, mit dem Firmenchef an der Spitze. Mit der Einweihung des Neubaus im Jahr 1939 begann auch die eigene Produktion. Rudolf Fuchs entwarf die ersten handschriftlichen Rezepturen und legte die Fertigungsanweisungen fest.

Eine der ältesten Preislisten der Firma RUDOLF FUCHS.

Der erste Tankwagen mit Markenwerbung.

Der erste Lastwagen von FUCHS.

Schwierige Jahre

Bei FUCHS zeichnete sich der Ausbruch des 2. Weltkrieges ab. Bereits im Januar 1939 kam der Import der Motoren- und Zylinderöle aus Pennsylvania zum Erliegen. Bald fielen auch andere wichtige Vorlieferanten aus. Neben den Versorgungsproblemen gab es auch personelle Engpässe. Die meisten männlichen FUCHS-Mitarbeiter wurden eingezogen. Da Verkehrs- und Transportunternehmen, die bisherigen Hauptabnehmer der FUCHS-Produkte, ihre Betriebe verkleinern und ihren Fuhrpark der Wehrmacht zur Verfügung stellen mussten, war Rudolf Fuchs gezwungen, neue Kunden zu akquirieren. Neue Kunden wurden im Bereich der Industrie gefunden. Die Aufgabe bestand nun darin, Industrieöle zu entwickeln. Das war nicht immer einfach, aber die Flexibilität von FUCHS zahlte sich aus. War kein passender Schmierstoff verfügbar, entwickelte FUCHS innerhalb kürzester Zeit ein neues Produkt.



Entwicklung im Fokus: Einstellung des ersten Chemikers

Technologisch fortschrittliche, prozessorientierte und ganzheitliche Schmierstofflösungen sind heute ein zentraler Erfolgsfaktor von FUCHS. Unser weltweites Expertennetzwerk löst Kundenanforderungen global, in dem es Spezialkompetenzen schnell und effizient miteinander vernetzt. Der Grundstein hierfür wurde bereits 1946 durch die Einstellung des ersten Chemikers gelegt. Heute arbeiten im Bereich Forschung und Entwicklung weltweit über 500 Ingenieure und Naturwissenschaftler in 22 Laboren an über 600 Forschungsprojekten und sorgen dafür, dass wir von der Standardlösung bis hin zur hochindividuellen Maßanfertigung den richtigen Schmierstoff bereitstellen können – technologisch anspruchsvoll und auf höchstem Qualitätsniveau.

Handgeschriebene Rezeptur für ein Kugellagerfett.

Das erste Labor des Unternehmens.

FUCHS erkannte früh, wie wichtig Forschung und Entwicklung für den Erfolg im Schmierstoff- und Spezialitätengeschäft sind.

Auf der Rennstrecke: FUCHS-Schmierstoffe erobern den Motorsport im Sturm

Rudolf Fuchs erkannte schon früh die Chancen des Motorsports und der Rennsportwerbung. Nach dem 2. Weltkrieg förderte FUCHS als eine der ersten Schmierstofffirmen den aufblühenden Motorsport und baute einen Rennservice auf. Ab 1948 waren die FUCHS-Rennservice-Teams auf allen wichtigen Rennstrecken vertreten. Namhafte Fahrer verwendeten PENNA PURA Rennöl RC.

Beginn einer neuen Ära

Seine eigentliche Leidenschaft war die Kunst. Doch sein Vater Rudolf Fuchs, Gründer des Unternehmens, ermutigte seinen Sohn zu einem bodenständigen Studium – und so schrieb sich Manfred Fuchs 1958 nicht an der Kunstakademie ein, sondern entschied sich für den Studiengang BWL an der Universität Mannheim.
Schon ein Jahr später traf die Familie mit dem Tod von Rudolf Fuchs ein schwerer Schicksalsschlag. Manfred Fuchs stellte sich der Verantwortung. Neben dem Studium absolvierte er seine Lehrjahre im Familienunternehmen und übernahm nach dem Examen 1963 dessen Leitung – gerade einmal 24 Jahre alt. Kreativität war jedoch auch in seiner neuen Aufgabe gefordert und so "modellierte" er aus dem regionalen Unternehmen in nur zwanzig Jahren einen Global Player der Schmierstoffbranche. Mit mehr als drei Dutzend Übernahmen in aller Welt sollte er seine Vision von einem weltweit tätigen Konzern in den nächsten Jahren umsetzen.

 

 



Näher am Kunden: erste Schritte zu einem globalen Unternehmen

In den 1960er Jahren entwickelte sich FUCHS stetig weiter - auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. Die ersten ausländischen Tochtergesellschaften wurden 1968 in Frankreich und Spanien gegründet. Die internationale Expansion entwickelte sich rasant. Bald folgten weitere Tochtergesellschaften in Österreich, Schweden und Italien. Aber auch außerhalb Europas etablierte sich FUCHS, zum Beispiel in Brasilien. Im Jahr 1981 fasste FUCHS in Australien und den USA Fuß. Frühzeitig wurde auch die Bedeutung des Asiengeschäfts erkannt. Als eines der ersten deutschen Unternehmen unterzeichnete FUCHS 1985 einen Joint-Venture-Vertrag in China - eine Voraussetzung für die erste Produktionsstätte in Yingkou. Heute ist FUCHS überall dort zu finden, wo unsere mehr als 100.000 Kunden uns brauchen - in über 50 Ländern rund um den Globus:



Unternehmerische Vision: FUCHS geht an die Börse

Um die zahlreichen Expansionen finanziell zu stemmen, entschloss sich Manfred Fuchs gemeinsam mit seiner Mutter und seinen beiden Schwestern im Jahr 1985 an die Börse zu gehen. Jedoch sollte auch in Zukunft die ausschlaggebende Stimmenmehrheit bei der Familie verbleiben. Daher wurden zunächst Vorzugsaktien ausgegeben. Die Aktien wurden durch öffentliches Angebot zum Preis von 100 DM je 50-DM-Aktie breit platziert. Es kam zu einer hohen Überzeichnung. Das Papier wurde zum Handel und zur amtlichen Notierung an den Börsen Frankfurt und Stuttgart zugelassen. Beides, Handel und amtliche Notierung, wurden am 30. Januar 1985 aufgenommen. Im darauffolgenden Jahr ging FUCHS auch mit Stammaktien an die Börse. Die Mehrheit der stimmberechtigten Aktien blieb jedoch stets im Besitz der Gründerfamilie – auch während der Kapitalerhöhungen der folgenden Jahre, an denen sich die Familie immer beteiligte. Mit knapp über 5 Milliarden Euro Börsenwert gehört FUCHS PETROLUB heute zu den erfolgreichsten Werten im M-Dax. Die Aktionäre konnten sich in den letzten 20 Jahren über einen Wertzuwachs von rund 9.000 Prozent freuen.

Die Hauptakteure des Unternehmens und der Familie zum Start des Börsenhandels mit Vorzugsaktien an der Frankfurter Wertpapierbörse.

Historisches FUCHS-Stammaktienzertifikat.

Börseneinführungsprospekt von FUCHS.

Die nächste Generation: Stefan Fuchs übernimmt die Führung

Nach 41 Jahren an der Spitze des Unternehmens, das er von einem regionalen Schmierstoffhersteller zu einem globalen Markt- und Technologieführer führte, schied Dr. Manfred Fuchs aus dem Vorstand aus und wurde von seinem Sohn abgelöst. Mit Stefan Fuchs übernahm am 1. Januar 2004 die dritte Generation der Familie die Führung des Konzerns. Der 35-jährige Diplom-Kaufmann war bei seiner Berufung zuvor zwei Jahre in der Wirtschaftsprüfung und drei Jahre bei FUCHS in Nord- und Südamerika tätig, bevor er 1999 als Mitglied des Vorstands das Geschäft in Europa verantwortete. Manfred Fuchs wechselte schließlich in den Aufsichtsrat, wo er bis 2017 als stellvertretender Vorsitzender fungieren sollte.



Investitionen mit Weitblick: FUCHS startet das größte Investitionsprogramm der Unternehmensgeschichte

Um auch in Zukunft profitabel und nachhaltig zu wachsen, hat FUCHS im Jahr 2016 das größte Investitionsprogramm seiner Geschichte gestartet. Zwischen 2016 und 2018 wurden rund 300 Mio € in Werkserweiterungen und den Bau neuer Produktionsanlagen investiert - und das weltweit. So wurden beispielsweise neue Fettanlagen in den USA und Südafrika gebaut. Neue Produktionsanlagen wurden in Australien und Schweden errichtet. In Wujiang, China, wurde ein hochmodernes Werkfür Schmierstoffe eröffnet. Außerdem wurden die Asien-Zentrale und das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Shanghai deutlich erweitert und modernisiert. In den Folgejahren wurden weiterhin durchschnittlich 100 Millionen Euro pro Jahr in das organische Wachstum investiert. Zuletzt in den Bau einer neuen Polyurea-Anlage in Kaiserslautern und eines neuen Bürogebäudes am Standort Mannheim.

Die hochmoderne Anlage in Fors, Schweden, erfüllt höchste Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltstandards.

Die neue Anlage in Australien zeichnet sich durch einen hohen Digitalisierungsgrad, automatische Hochgeschwindigkeitsbefüllung sowie korrosionsbeständige Rohrleitungen und Tanks aus.

Neben der PU-Produktionsanlage wurde der Standort Kaiserslautern um ein neues Hochregallager, zwei Produktionshallen und neue Büroflächen erweitert.

Beginn einer neuen Reise: FUCHS2025

Autonomes Fahren, E-Mobilität, neue digitale Geschäftsmodelle und die Notwendigkeit eines nachhaltigen Wirtschaftens – um diesen Herausforderungen zu begegnen, startet FUCHS im Jahr 2018 die FUCHS2025-Initiative, die sich mit den Themen Kultur, Strategie und Struktur beschäftigt. Das Ziel: Stärken aufbauen und unsere Organisation global ausrichten, um unsere Vision ‚Being First Choice’  – also die erste Wahl zu sein für unsere Kunden, Geschäftspartner, Investoren, künftigen Mitarbeiter – zu realisieren.

 

Neue Lösungen brauchen neues Handeln. Und neues Handeln erfordert eine neue Haltung, eine neue Denkweise.

Die sechs strategischen Säulen bilden die Grundlage der Strategie. Sie dienen als Orientierungshilfe für unser strategisches Handeln, um unsere Vision für 2025 zu erfüllen.

Auf die neuen Herausforderungen reagieren wir mit einer neuen Denkweise - einer Haltung, die Strategie, Struktur und Kultur zielgerichtet in Einklang bringt.

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